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Work-Life-Balance³
Titten, Text und Techno!
07.Nov 2018 • 08:51 Uhr

Titten, Text und Techno!

„Wart’ ab! Wenn du erst mal Mama bist, willst du überhaupt nicht mehr feiern gehen!”
„Wenn du erst mal Mama bist, findest du es Zuhause eh am Schönsten.“
„Wenn du Mama bist, verändert sich einfach alles!“

Jetzt bin ich Mama. Seit knapp fünf Jahren.
Eine stolze Mama. Und eine gute Mama – soweit man das von sich selbst behaupten kann.

Und tatsächlich – alles hat sich verändert. Alles bewegt sich in einem anderen Takt. Mein ganzes Leben tanzt jetzt nach einer anderen Pfeife. Aber das Schöne daran ist: es ist immer noch meine Pfeife. Und die spielt nicht nur Kinderlieder, sondern auch Techno. Und den Soundtrack zu meinem Job.

Titten, Text und Techno – meine persönliche Work-Life-Balance³.

Gehirnwäsche vs. altes Ich

Bevor mein Sohn auf die Welt kam, hatte ich dezente Panik. Nicht vor den Strapazen der Geburt, sondern vor der Möglichkeit, dass parallel zum Gebärvorgang eine Art Gehirnwäsche ablaufen könnte. Wenn ich mir andere Elternpaare so anschaue, scheint mir diese Angst auch nicht gänzlich unbegründet … Aber wir – mein Lebensgefährte, Vater meines Kindes, und ich – hatten Glück. Wir sind Eltern geworden, ohne bei der Geburt unser blutverschmiertes Ich an den Nagel zu hängen. Wir sind immer noch wir. Und ich immer noch ich.

Mit der Ankunft meines Sohnes habe ich mein Leben tatsächlich neu geordnet. Aber ich habe es so geordnet, wie es meinem Naturell entspricht. Aus dem studentischen Feier-Sternchen ist eine erwachsene Frau geworden. Eine erwachsene Frau mit dem Gemüt eines studentischen Feier-Sternchens. Aber auch eine Mutter mit der Geduld einer Elefantenkuh. Und eine Texterin mit dem Gespür für die leisen und lauten Worte, die Tag für Tag im Agenturleben ihren Mann steht. Und ja, ich bin glücklich. Trotz „Dreifachbelastung“ durch Titten, Text und Techno!

Die 3 Komponenten meiner Work-Life-Balance

Im Grunde genommen kann man mein persönliches Glücksgeheimnis auf drei klare Komponenten runterbrechen. Nicht mehr. Aber auch auf gar keinen Fall weniger.

Als erstes wäre da das Mama-Ich – sinnbildlich in den oben erwähnten „Titten“ verkörpert. Das Mama-Ich macht sicherlich den stärksten Anteil von mir aus – wer ein Kind auf die Welt gebracht hat, weiß was ich meine. Für mein Kind würde ich alles tun. Für mein Kind würde ich töten. Soviel dazu. Weniger instinktiv betrachtet, bedeutet das Mutter sein für mich vor allem, dass ich meinem Sohn Aufmerksamkeit schenke. Wir verbringen Zeit miteinander und ich versuche ihm alles mitzugeben, was er später mal brauchen wird: Geduld, Wissen, Weitsicht, Emotionen, Temperament, Durchsetzungsvermögen, Leichtigkeit – das ganze Spektrum eben.

Mein zweiter zeitintensiver Persönlichkeitsanteil ist mein Texter-Ich. Mit meinem Mama-Ich kam plötzlich auch der Wunsch auf die Welt, nicht als ewige Studentin zu versauern. Sollte mich mein Sohn eines Tages fragen, mit was ich unseren Lebensunterhalt verdiene, wollte ich nicht unbedingt von einem aufregenden Theker-Dasein oder den Strapazen des Werbeblättchen Verteilens erzählen. Also habe ich mich auf das besonnen was ich kann – und es zu meiner Profession gemacht. Als Texter bei FBO kann ich meinen Hang zum Wörterwahnsinn heute voll und ganz ausleben. Und ja, ich liebe meinen Job. Er ist mir wichtig. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sich neben meinem Mama-Ich auch mein Texter-Ich nahezu in Vollzeit ausübe. Keine halben Sachen – die sind der Anfang vom Ende.

Normalerweise würde sich an diesem Punkt schon die Work-Life-Balance einklinken. Wie richte ich diese beiden Komponenten so aufeinander aus, dass ich als Mensch nicht zwischen beidem zerquetscht werde? Zwei Pole und der ganze Kram. Aber statt diesen Balance-Stereotyp weiterzuführen, schicke ich lieber mein drittes Ich ins Rennen: Mein Techno-Alter-Ego.

Techno oder was? Nee, Techno-Alter-Ego!

Was bei der Geburt meines Mama-Ichs zunächst dem Tode geweiht schien, hat sich inzwischen als wahres Glückskind herausgestellt. Mein Techno-Alter-Ego ist die Komponente, die mein Leben als eierlegende Wollmilchsau aka. berufstätige Mutter in Takt hält – zugegeben, mit um die 130 BPM ein recht schneller Takt, aber das ist reine Geschmackssache.

Mit meinem Lebensgefährten habe ich mir auch mein Dasein an der Seite eines Techno-DJs und Event-Veranstalters ausgesucht – eine Existenz, die sich meist in wochenendlichen Nächten, unendlichen Kontakten und endlicher Musik entfaltet. Mit den Jahren bin ich so zu einer Art Co-Veranstalter mutiert und aus maßlos durchzechten Parties wurden in der Vergangenheit immer öfter durchgearbeitete Veranstaltungen. Natürlich nicht jedes Wochenende. Aber doch ab und an. Und ja, auch das macht mir Spaß und auch hier liebe ich das, was ich tue.

Disziplin ist alles – ohne Disziplin ist alles nichts

Wenn ich am Wochenende privat oder als Veranstalter unterwegs bin, werde ich tatsächlich häufiger gefragt, wie ich das eigentlich schaffe – Titten, Text und Techno, und das alles zu 100 Prozent? Viele sind überrascht, denn meine Antwort auf diese Frage klingt eher nüchtern: Disziplin. Reine Selbstdisziplin.

Aber Vorsicht – hier das richtige Rezept zu finden, ist nicht einfach. Damit meine persönliche Dreifaltigkeit – oder meine dreifaltige Persönlichkeit – mich nicht einfach erschlägt, bedarf es einer strammen Mischung aus Organisation, Willensstärke und Leidenschaft. Das Ganze gut ziehen gelassen, bei 130 BPM gerührt und mit einem Quäntchen Ehrgeiz abgeschmeckt, ergibt dann letztendlich mein Lebenselixier. Hieraus schöpfe ich die Kraft, um meine persönliche Work-Life-Balance³ am Leben zu erhalten.

Und auch hier rate ich nicht zum einfachen Nachahmen … denn was für den einen als Lebenselixier taugt, entpuppt sich für den anderen vielleicht als toxischer Supergau. Allen jenen, die noch an ihrem eigenen Work-Life-Süppchen rumexperimentieren, sei geraten: Verzichtet auf Einheitsbrei! Lasst die 08/15-Work-Life-Balance in der Dose und baut auf die Inhalte Eures eigenen Ichs!
Wegschütten könnt Ihr die Pampe ja dann immer noch! ;-)

Titten, Text und Techno.
Familie, Arbeit und Leidenschaft.
Keine halben Sachen. Immer alles oder nichts. Immer 100 Prozent ich.

Das ist meine persönliche Work-Life-Balance³.

7. November 2018
Kategorie:
Andrea Rheinwald
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